Стихотворение Николая Гумилёва «Мои читатели» на русском и немецком языках.

Мои читатели

Старый бродяга в Аддис-Абебе,
Покоривший многие племена,
Прислал ко мне черного копьеносца
С приветом, составленным из моих стихов.
Лейтенант, водивший канонерки
Под огнем неприятельских батарей,
Целую ночь над южным морем
Читал мне на память мои стихи.
Человек, среди толпы народа
Застреливший императорского посла,
Подошел пожать мне руку,
Поблагодарить за мои стихи.

Много их, сильных, злых и веселых,
Убивавших слонов и людей,
Умиравших от жажды в пустыне,
Замерзавших на кромке вечного льда,
Верных нашей планете,
Сильной, весёлой и злой,
Возят мои книги в седельной сумке,
Читают их в пальмовой роще,
Забывают на тонущем корабле.

Я не оскорбляю их неврастенией,
Не унижаю душевной теплотой,
Не надоедаю многозначительными намеками
На содержимое выеденного яйца,
Но когда вокруг свищут пули
Когда волны ломают борта,
Я учу их, как не бояться,
Не бояться и делать что надо.

И когда женщина с прекрасным лицом,
Единственно дорогим во вселенной,
Скажет: я не люблю вас,
Я учу их, как улыбнуться,
И уйти и не возвращаться больше.
А когда придет их последний час,
Ровный, красный туман застелит взоры,
Я научу их сразу припомнить
Всю жестокую, милую жизнь,
Всю родную, странную землю,
И, представ перед ликом Бога
С простыми и мудрыми словами,
Ждать спокойно Его суда.

Николай Гумилёв

Meine Leser

Der alte Vagabund in Addis-Abeba,
der viele Stämme unterworfen hatte,
schickte zu mir einen schwarzen Lanzenträger
mit einem Gruß, der aus meinen Versen gebildet war.
Der Leutnant, der ein Kanonenboot geführt hatte
unter dem Feuer der feindlichen Batterien,
las die ganze Nacht auf dem südlichen Meer
mir zum Gedenken meine Verse.
Der Mann, der inmitten der Volksmenge
den kaiserlichen Gesandten erschlossen hatte,
trat auf mich zu, mir die Hand zu drücken,
mir für meine Verse zu danken.

Viele von ihnen, den Starken, Bösen und Frohen,
die Elefanten und Menschen erschlugen,
die vor Durst in der Wüste starben,
die an der Kante des ewigen Eises erfroren,
die treu waren unserem Planeten,
dem starken, frohen und bösen —
führen meine Bücher in der Satteltasche mit sich,
lesen sie im Palmenhain,
vergessen sie auf dem sinkenden Schiff.

Ich beleidige sie nicht mit Neurasthenie,
erniedrige sie nicht durch Wärme der Seele,
werde ihnen nicht lästig durch vieldeutige Anspielungen
auf den Inhalt eines ausgegessenen Eis.
Aber wenn ringsum die Kugeln pfeifen,
wenn die Wellen die Borde brechen,
lehre ich sie, wie man sich nicht fürchtet,
sich nicht fürchtet und tut, was not ist.

Und wenn die Frau mit dem schönen Antlitz,
dem einzig teuren auf der Welt,
sagt: «Ich liebe Sie nicht»,
dann lehre ich sie, wie man lächelt
und fortgeht und sich nicht mehr unwendet.
Und wenn ihre letzte Stunde kommt,
ein gleichmäßiger, roter Nebel die Blicke bedeckt,
dann werde ich sie lehren, sich auf einmal zu erinnern
des ganzen grausamen, lieben Lebens,
der ganzen vertrauten, seltsamen Erde
und, vor dem Antlitz Gottes erscheinend,
mit einfachen und weisen Worten
ruhig Sein Gericht zu erwarten.

Nikolai Gumiljow
Übersetzt von Irmgard Wille

Meine Leser

Der alte Vagabund aus Addis-Abbeba,
Der so viele Sippen unterwarf,
Schickte mir einen schwarzen Speerträger
Mit einem Gruß, der aus meinen Gedichten bestand.
Ein Leutnant, der ein Kanonenboot führte
Unter das Feuer feindlicher Batterien,
Las die ganze Nacht über dem Südmeer
Mir zum Gedenken meine Gedichte.
Jener, der inmitten des brodelnden Volkes
Den Gesandten des Imperators erschoß,
Kam zu mir, um mir die Hand zu reichen
Und mir zu danken für meine Gedichte.

Viele von ihnen, den Starken, Bösen und Fröhlichen,
Elefantentötern und Menschen,
Die in der Wüste verdursteten,
Die im Ewigen Eise verreckten,
Treu unserm Planeten zugetan,
Stärker, fröhlicher und böser,
Tragen meine Bücher in ihren Satteltaschen,
Lesen sie im Palmenhain,
Vergessen sie auf dem versinkenden Schiff.

Ich beleidige sie nicht neurasthenisch,
Mit heißer Seele erniedrige ich nicht,
Ich langweile nicht mit vieldeutigen Anmerkungen
Über das Beinhaltete gegessener Eier,
Doch wenn das Blei um die Ohren pfeift,
Und Wellen die Bordwand zertrümmern,
Dann lehre ich sie, wie man sich nicht fürchtet,
Und sich nicht zu fürchten,
Das zu beginnen, was notwendig ist.

Und wenn die Frau mit dem schönsten Gesicht,
Die einzige auf der Welt, die ihnen etwas bedeutet,
Sagt: »Ich liebe sie nicht!«,
Dann lehre ich sie, sinnig zu lächeln,
Zu gehen, und nie mehr wiederzukehren.
Und wenn ihre letzte Stunde schlägt,
Und gleichmäßiger, roter Nebel die Blicke verhängt,
Lehre ich sie, sich sofort zu erinnern
Des ganzen, wilden, lebenswerten Lebens
Auf dieser heimischen, seltsamen Erde,
Und, wenn sie vor Gottes Antlitz treten,
Mit einfachen, gesetzten Worten
Seinen Richtspruch ruhig zu erwarten.

Nikolai Gumiljow
Übersetzt von Eric Boerner

 
 
 




Николай Гумилёв

Николай Гумилёв
3 апреля 1915

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